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Geschichte(n) -> 1938 Testamente von Emmy Cetto aus Trier

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Testamente von Emmy Cetto aus Trier von 1938

[Anmerkungen in Klammern von Roland Geiger, St. Wendel]

 

Vor einigen Tagen habe ich meiner ältesten Nichte die Familienbilder gegeben, damit sie nicht sonst wohin kommen,-sie bestimmte, dass sie bei mir bleiben, solange ich lebe. Sie kann sie dann ebenso behalten, solange sie da ist oder gleich weitergeben, wie sie will und dann wie folgt:

 

Urgroßvater Kleutchen [Johann Peter Kleutgen 1741-1825], Carl Cetto (Giovanni Jakobus Carolus Antonius Philippus Cetto, Italiener) [1733-1793]  und seine Frau [Maria Elisabeth Martina] geborene Vassenich (St. Wendel) [1744-1830]  soll Adolf Cetto (Dortmund) bekommen und [außerdem die Bilder von] Michael Kraut [1773-1841] und Frau geborene Fiscal [1782-1875] aus Saarlouis.

 

Antonius Carolus Cetto (St. Wendel) [1744-1851] und Frau geborene Magdalene Kleutchen [1783-1877] und Carl Cetto [Johann Anton Karl Cetto 1806-1890] als Student und seine Schwester Amelie Cetto [1804-1826]  junges Mädchen mit Papagei (an) Max Cetto, München. Nach ihm soll Walter [] den Carolus Cetto [1744-1851], Maire von St. Wendel, [bekommen], Max [Max Ludwig Carl Cetto 1903-1980 Mexico City, Mexiko], Sohn von Carl, meinen Vater [Johann Anton Karl Cetto 1806-1890] als Student und Helmuth Cetto [Helmut Carl Ferdinand Cetto, 1904-?, 1954 Rio de Janeiro, 1965 in Benin City, Nigeria] dessen Schwester Amelie Cetto [1804-1826].

 

Das Bild von Emmy Lautz [Maria Emma Lautz 1872-?] und das meiner Mutter [Angelika Kraut 1808-1892] sind für Amelie Lautz.

Onkel Fassard, Jüngling mit roter Weste und seine Frau, Schwester von Großvater Kraut [Michel Kraut 1743-1841] für Amelie Kaulhausen. Die beiden großen Ölbilder Herr und Frau Fiscal (Mansarde) [Schwiegereltern von Michel Kraut] passen nur für große Zimmer oder Diele für Lisbeth Caspary.

 

Das Bild von Carlchen Lautz [Wilhelm Karl Lautz? 1870-?] und Fotografie von Louis Lautz [Carl Ludwig Adolph Lautz? 1830-1884] für Ida und Ludwig und Marie Kaulhausen.

Das Kinderbild meines Vater und [seiner?] Schwester, die große Fotografie von meinem Bruder Adolph [1846-1891] für Margarethe Tobias [in Trier].

Nach Ida und Ludwig soll die große Fotografie von Marie Kaulhausen an Tobias gehen und die von Onkel Lautz an Gizellchen [Ciselle Hübsch, Ehefrau von Hans-Otto Karl, Neureut (1965) oder Gisela Lautz geb. Rath, Biedenkopf].

Gizellchen soll meinen Schreibtisch bekommen, das Kaffee-Service mit den bunten Blümchen.

Die Kinderspielsachen, Tischchen, Stühlchen, Kommode und ein Tischtuch mit Servietten. Dann ein halbes Dutzend silberne Löffel und Gabeln.

 

Cilly soll meinen Nähtisch, ein Tischtuch mit Servietten und ein halbes Dutzend silberne Löffel und Gabeln haben.

 

Trier, 8. November 1938.

 

Emmy Cetto.

 

Annelies, Tochter von Adolf und Ria [Cetto], Tochter von Leo, sollen ein Tischtuch mit Servietten bekommen.

 

Trier, 8. November 1938.

 

Emmy Cetto.

 

Ich habe meiner Nichte Ria Cetto, jetzt Frau Gruber [1965: Heinrich Gruber und Ria geb. Cetto, Wiesbaden-Kastel], das Pastellbild, Madonna mit Jesuskind auf dem Arm geschenkt. Es bleibt vorläufig bei mir, weil es unbequem auf der Reise ist, wenn man öfter aussteigt und die Reise unterbricht und das Schicken so teuer ist.

 

Trier, 24. August 1938.

 

Emmy Cetto.

 

Liebe Else,

 

Der Inhalt des gelben Schrankes in der kleinen Mansarde ist für die 4 Söhne von meinem Bruder Ernst [Michael Ernst Cetto 1835-1917]. Es handelt sich um das Porzellan hauptsächlich.

 

Tante Emmy.

 

Meine Papiere sind zum größten Teil auf der Diskonto-Bank, ein Teil bei Trinkaus in Düsseldorf und einige in einem Paket im Schlafzimmer. Darin ist auch eine große schwarze Mappe mit Belegen etc. die kleine antike Commode - mein Bruder Ernst hat sie mir geschenkt zum Andenken an seine Frau [Maria Luzilie Graeff 1840-1901] und darauf bestanden, dass ich sie in mein Zimmer stellen müsse - soll gleich an Marx nach München geschickt werden. Das Kaffeeservice steht in der kleinen Mansarde in dem gelben Schrank. Der Schrank ist auch für die Söhne von Onkel Ernst. Da es zu kostspielig ist, Möbel nach Schlesien zuschicken, sollen 6 silberne Bestecke an Ria, Tochter von Leo, geschickt werden, sie sind in dem schwarzen Koffer.

 

Trier, 25. November 1938.

 

Emmy Cetto.

 

Ich habe Max, Sohn meines Bruders Ernst, die kleine Commode geschenkt, ich hatte dazu die Berechtigung, weil mein Bruder Ernst sie mir geschenkt hat. Er schrieb mir von Stromberg [im Hunsrück], ich schenke dir die beiden antiken Commoden zum Andenken an meiner Frau, ich habe den Brief noch. Er hat, als er hier herzog, darauf bestanden, dass ich sie in mein Zimmer stelle. Carl hatte den Gewehrsschrank seines Vaters behalten, Adolph das komplette Bett und Max und Leo hat nichts bekommen. Dafür soll Max die Kommode haben und Ria das Silber, das in der Cassette in den schwarzen Koffer ist.

 

Trier, 24. März 1941.

 

Emmy Cetto.

 

Die kleine antike Commode in meinem Wohnzimmer soll Max gleich geschickt werden.

 

Von Kranzspenden bitte abzusehen, wenn ich nicht mehr da bin. In heutiger Zeit hat niemand gern unnötige Ausgaben, wer will, kann es den Armen geben.

 

Quelle: Stadtarchiv Trier, NL Walter Cetto

 

 

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